Die Sache mit dem Superbusy-S(ch)ein

(Manche) Menschen heute so:

Hast du vielleicht am dritten August-Wochenende Zeit für einen Kaffee? Am Samstag Vormittag so um 9? Wenn das bei dir nicht geht, dann könnte ich noch Mitte Oktober oder in der ersten November-Woche, aber da müsstest du mir bitte ganz bald Bescheid geben.
Es ist nämlich so, dass nächste Woche die Nichte vom Thomas Geburtstag hat, dann sind wir für ein Wochenende in Paris, danach ist der Junggesellinnen-Abschied von der Mara und das Wochenende darauf bin ich für eine berufliche Fortbildung in Berlin. An dem einen Sonntag muss ich mir die Panda-Babys im Zoo endlich anschauen – Ha, sind das überhaupt noch Babys? Keine Ahnung wie schnell Pandas wachsen!
Na da fällt mir ein: Mit den Fischen muss ich ganz dringend zum Tierarzt und ich wollte schon lange endlich nach dieser alten Lampe im Keller suchen. Ende Juli sind wir wie jedes Jahr auf Sardinien und die Wochen davor bin ich sowieso immer im Vorurlaubsstress. Keine Ahnung, wo ich dieses Jahr schon wieder schöne, neue Bikinis finden soll. Mit der Suche bin ich sicher wieder ewig beschäftigt, du weißt ja wie ich bin! Natürlich ist da dann noch die Einweihungsfeier vom Flo – den kennst du auch noch von früher oder? – und die Hochzeit von David und Anna. Unter der Woche ist es leider so gut wie immer schlecht, weil ich abends entweder überhaupt keine Lust auf dich habe oder mich mit anderen Freunden treffe, die ich auch wirklich sehen will und für die ich mir Zeit nehme.
Aber wegen diesem August-Wochenende – gib unbedingt Bescheid! Ich werde dir diesmal auch nicht absagen, versprochen! Obwohl ich in der ersten August-Woche auch eine total wichtige Deadline eines wichtigen Projekts habe, aber das wird schon irgendwie gehen, ein paar Stunden kann ich mir für dich definitiv Zeit nehmen. Ich seh dich ja so gern!

Das Gefühl, wenn…

…du eine Band, die du sehr magst, das erste Mal live siehst und du von deiner Recherche schon weißt, dass sie bei allen vorhergehenden Terminen der Tour immer dieselbe Setlist gespielt haben und dein Lieblingslied nie dabei war – und dann kurz vor Ende des Auftritts ganz unverhofft auf einmal die ersten Akkorde dieses Lieblingslieds ertönen.

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10 Sätze, die Menschen mit sehr heller Haut nicht mehr hören können

Als ich diese Woche die neue „Girls“-Folge schaute und sich Hannah Horvath aka Lena Dunham in einer Szene von einer Fremden sagen lassen musste, dass sie sich mit Sonnencreme einschmieren soll und dass sie verdammt blass ist, ist mir wieder eingefallen, dass ich diesen Blogpost schon vor langer Zeit schreiben wollte.
Ich lebe mittlerweile doch weit über zwei Jahrzehnte in diesem Körper, in dieser Haut. Es gibt Zeiten, da mag ich sie weniger, es gibt Zeiten, da finde ich sie toll. (Ganz typisch gehörte die Schulzeit eher zu den ersteren.) Es ist zwar nicht immer einfach, den Sommer „unbeschadet“ zu überstehen und auch die Blicke am Strand werden einem irgendwann egal – am nervigsten und anstrengendsten sind jedoch die Menschen, die glauben, sie müssten meine Haut immer wieder kommentieren und mir sagen, wie ich mit ihr umzugehen habe. Es gibt einige Sätze, die wir Hellhäutigen wirklich nicht mehr hören können:

Der Klassiker: „Ohje.. geht’s dir gut? Du schaust so blass aus!“
Ja, das hast du richtig erkannt. Das ist mein Gesicht. Das schaut so aus. Alles gut.

„Gehst du nicht gern in die Sonne? Du bist so weiß.“
Oder auch: „Du solltest öfter raus in die Sonne!“ (Manchmal mit dem Zusatz: „Da kriegst auch du ein bisserl Farbe!“)
Ehrlich? Wenn ich aus dem neuen Hader-Film „Wilde Maus“ zitieren darf: Halt einfach die Pappn. Nach einigen Monaten Dauersonnenbestrahlung könnte das mit den Bikinistreifen vielleicht funktionieren, ansonsten: keine Chance. Und mir ist schon klar, dass ich nach Sport oder einer Spazierrunde in der Kälte „gesünder“ aussehe – helle Haut hat eben leider auch die Eigenschaft, sich bei Anstrengung und großen Temperaturunterschieden (oder Scham…) in einen Hummerton zu verfärben, um zwei Stunden später wieder mit der weißen Wandfarbe zu konkurrieren. Aber wenn es dir angenehmer ist, kann ich mich ja einfach jede Stunde einmal so richtig blamieren, dann gelingt das mit dem frischen Dauer-Teint.

Von Fremden: „Sie sollten sich in den Schatten legen. Passen’S auf mit Ihrer Haut!“
Vielen Dank, der Herr. Sehr rührend, dass Sie sich Sorgen um mich machen. Und auch sehr notwendig. Ich habe nämlich selbst keine Ahnung davon, was ich hier mache und ich lasse mir wahnsinnig gern von älteren Männern erklären, wie ich mit meinem Körper umzugehen habe.
Mit blasser Haut kann man’s eben niemandem recht machen. Liegt man in der Sonne, sollte man besser aufpassen und sich um Himmels Willen in den Schatten legen – liegt man im Schatten, sollte man sich in die Sonne bewegen, damit man doch endlich ein bisserl Farbe kriegt.

„Mit welchem Lichtschutzfaktor hast du dich eingeschmiert? Eh mit 50?“
Kommt eigentlich nur von nahestehenden Personen, deswegen: Ich weiß du meinst es gut, aber kann ich mir meinen Lichtschutzfaktor bitte selbst aussuchen?!

„Du leuchtest ja förmlich!“
Joa. Cool, gell? Kommt gut unter UV-Licht.

„Du warst im Urlaub? Sieht man gar nicht.“
Muss man auch nicht.

„Das schwarze Outfit? Du solltest was Frischeres tragen.“
Tja, oft genug trage ich „was Frischeres“ – oft genug auch nicht. Ich mag mich in schwarz. Und nein, ich bin nicht unter die Goths gegangen und feiere auch keine schwarzen Messen. Schön, dass ich nur mir selbst gefallen muss und niemandem sonst.

„Ha! Schau wie braun ich bin!“ während er/sie den Arm neben deinen hält
Gratulation – du hast eine dunklere Hautfarbe als ich. Genauso wie 98% der Menschen, 70% der Vampire und ca. 50% der Albino-Kängurus. Große Leistung, muss ich schon sagen.

„Ach sei doch froh. So hast du zumindest nicht das Problem… [Hier Bullshit einfügen].“
Oder auch „Ach mach dir nichts draus. Zu dir passt es voll gut!“ mit mitleidigem Gesichtsausdruck
Ach neee lass den „aufmunternden Zuspruch“ und das Mitleid stecken. Ich habe einen relativ empfindlichen Würgereiz.

„Du siehst aus wie eine Skandinavin!“ bzw. „Kommst du aus Schweden/Skandinavien?“
Das sind definitiv die Sätze, mit denen ich noch am besten leben kann. Seit ich selbst gesehen habe, wie wahnsinnig viele hübsche Frauen auf den Straßen Schwedens herumlaufen, ist das wirklich ein Kompliment. Nej, men tack!

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(c) someecards.com

Also ehrlich: Hört damit auf. Wir wissen das alles. Und können gut auf uns selbst aufpassen. Sonst beginne ich auch irgendwann damit, zu braungebrannten Menschen Dinge zu sagen wie:
„Sie sind aber braun! Das schaut aber nicht mehr gesund aus!“
„Wollen Sie das bei Ihrem Hauttyp wirklich tragen? Die Farbe passt eher diesen hellen, blassen Typen.“
oder „Gehen Sie bitte in die Sonne? Der Schatten ist für die sehr hellhäutigen Menschen reserviert.“

Das Gefühl, wenn…

…du über eine Kreuzung gehst und geradeaus weitergehen möchtest und von rechts ein Fremder kommt, wegen dem du beschleunigst, um noch vor ihm vorbeigehen zu können und er überraschend auch im gleichen Moment in die gleiche Straße abbiegt und ihr die gleiche Geschwindigkeit habt und dann nebeneinander hergehen müsst – bis sich einer absichtlich zurückfallen lässt.

Die Sache mit den leisen Nachbarn

Ich weiß nicht genau, ob in der Wohnung neben uns ganz still und heimlich neue Mieter eingezogen sind, ob mein Nachbar eine neue Freundin hat oder ob es sich um eine Nachbarin handelt, die eh schon immer da war und durch mysteriöse Kräfte über Nacht gleich zwei neue Instrumente gelernt hat. Jedenfalls tönen seit kurzem Gitarren- und Geigenklänge durch die gemeinsame Wohnzimmerwand. Die Gute strapaziert meine Nerven zwar zum Glück nicht mit Anfängergeklimper und –gefidel, aber teilweise ist es trotzdem nicht unbedingt angenehm, gezwungenermaßen Musik hören zu müssen. (Besonders wenn ich nicht zum zehnten Mal Sex and the City rebinge, sondern tatsächlich etwas schaue, wo ich nicht mitsprechen kann und somit die SchauspielerInnen auch ganz gerne akustisch verstehen würde.)
Ich bin jetzt doch schon seit einiger Zeit in dieser Wohnung und dachte immer, die Wände sind super dick und lärmundurchlässig, weil ich hier erstens mein Wohnzimmer oft genug zum Fitnesscenter umfunktioniert habe und dabei auch ausgiebig über ein Seil sprang (worüber sich nie jemand beschwert hat bzw. bei einer Begegnung im Aufzug mit den Herrschaften unter uns kam auf die Nachfrage ein „Sie springen Seil? Wirklich? Nie gehört, nein.“ zurück) und zweitens auch ich die Nachbarn über und neben uns nie gehört habe. (Außer natürlich es stemmt jemand die Fliesen aus dem Bad, dann hört es sich immer so an als ob der Handwerker direkt neben meinem Bett stehen würde – eh klar.)
Jetzt aber stellt sich plötzlich heraus, dass das alles ein Irrtum war und absolut nicht der Wahrheit entspricht! Es waren nur einfach meine Nachbarn scheinbar immer sehr, sehr leise. Als die Gitarristin in der Nebenwohnung letztens 4 Non Blondes schmetterte und ich sie so klar hören konnte, dass in meinem Wohnzimmer Lagerfeueratmosphäre aufkam und ich mit einem „And I say yeaaaah yeeeyeyeyyey“ gleich mit einstimmen wollte, stand mir plötzlich der blanke Horror ins Gesicht geschrieben. Wenn ich sie so gut höre, dann bedeutet das wohl oder übel auch, dass mich meine Nachbarn immer glasklar und mehr als gut gehört haben, als ich vor diversen Karaokenächten lautstark „Toxic“ von Britney Spears, „Whats my age again“ von Blink oder „Teenage Dirtbag“ von Wheatus gegröhlt habe, um mich ganz trashig auf den Abend vorzubereiten. Oder als ich damals vor Jahren, als „Pitch Perfect“ herauskam, stundenlang den Cup-Song geübt und ihn danach ganz euphorisch über mein neues „Talent“ tagelang immer wieder geklopft und gesungen habe. Uah. Peinlich. Ich suche bereits panisch nach einer neuen Bleibe.

Ich hab da was gehört.. #26

Eine Freundin erzählt mir von ihrem letzten Date:
Sie und er sitzen in einem Lokal und stellen bei ihrer Unterhaltung zufällig fest, dass sie beide gerne und regelmäßig ein bestimmtes Wiener Bad besuchen, um dort in die Sauna zu gehen.
Er: „Aah.. ich war mir ja zuerst nicht ganz sicher, ob du das bist, aber jetzt weiß ich es fix. Ich hab dich schon in der Sauna gesehen!“
Sie erzählt mir, dass dort nie allzu viel los ist und sie dort so gut wie alle vom Sehen her kennt, weil sie sehr oft dort ist. Ihn hat sie dort aber noch nie gesehen. Da dort die meisten 50+ sind, hätte er ihr auffallen müssen, meint sie.
Sie: „Ach wirklich? Ich hab dich noch nie dort gesehen. Wie kannst du sicher sein, dass ich das war?“
Er: „Du gehst nach jeder Saunarunde immer in das linke Becken auf der rechten Seite.“
Sie erklärt mir, dass es dort vier verschiedene Becken zum Abkühlen gibt.
Sie: „Oh.. äh ja.. das war dann wohl ich. Du hast gesehen, dass ich mich immer in dem einen Becken abkühle? Das heißt du hast mich beobachtet?“
Er: „Na ja weißt du.. es fällt auf, wenn dort so eine junge, hübsche Frau ist. Da schaut man schon gerne hin.“
Sie meint, um zu wissen, dass sie immer nur in dieses eine Becken geht, muss er sie über Stunden oder gar über Tage beobachtet haben. Und das noch dazu irgendwo versteckt in einer Ecke. Creepy! Es war übrigens wenig überraschend das erste und auch letzte Date.